Lokalbahn MURNAU – OBERAMMERGAU Teil 1 -Geschichte-

Die Lokalbahn Murnau–Oberammergau ist eine eingleisige, elektrifizierte Nebenbahn in Bayern.
Sie führt von Murnau nach Oberammergau, auf ihrer zweiten Streckenhälfte folgt sie dabei dem Tal der Ammer.
Aus diesem Grund wird sie heute auch als Ammergaubahn bezeichnet., manchmal auch Ammertalbahn.
Sie zweigt als Stichbahn nach Oberammergau in Murnau
von der Hauptstrecke München – Garmisch – Partenkirchen ab.

Murnau-Oberammergau

Karte Murnau – Oberammergau (von map by OpenStreetMap contributorsfile:Bundesstraße_23_number.svg, file:Bundesstraße_2_number.svg, file:Bundesautobahn_95_number.svg by user:3247 – OpenStreetMap data exported and adapted by myself, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27903604)

Am 24. Januar 1897 erhielt die Actiengesellschaft Elektrizitätswerke, vormals O. L. Kummer & Co., Dresden, Sitz München, vom bayerischen Prinzregenten Luitpold die Konzession für den Bau einer elektrisch betriebenen einspurigen Bahnlinie von Murnau nach Oberammergau. In den folgenden Jahren bis 1900 wurde die Strecke dann zusammen mit dem Wasserkraftwerk Kammerl erbaut, sodass am 13. Januar 1900 der erste Probezug die Strecke befahren konnte.
Wenige Monate später am 5. April 1900 wurde die Eröffnung der Strecke schließlich genehmigt. Allerdings schloss diese Genehmigung nur den Betrieb der Bahnlinie ein, nicht aber den elektrischen Betrieb.
Entsprechende Informationen waren bisher hier

Ing. Dieter Bätzold (Leipzig): Die Nebenbahn Murnau-Oberammergau und die Lokomotiven der Baureihe E69
In: Der Modelleisenbahner 4/1968, S. 103-107

Ralf Specht: Geschichte und Technik des Wasserkraftwerks Kammerl. In: Elektrische Bahnen. 99 (2001), 11, S. 444–452

und hier
Peter Blath: Schienenverkehr im Werdenfelser Land. Sutton Verlag, Erfurt 2005, S. 51.zu finden.

Der geplante Zugbetrieb mit Dreiphasenwechselstrom mit 800 Volt und 40 Hz scheiterte jedoch an den damals wohl noch nicht beherrschten elektrotechnischen Problemen und kam nie über Probefahrten hinaus. Zu den Oberammergauer Passionsspielen 1900 ab 5. April 11 wurden also noch von Krauss München gelieferte Dampflokomotiven der Achsfolge C1’n2t auf den neu errichteten Gleisen eingesetzt. Die Information konnte ich nach Hinweisen hier

Hermann Bürnheim: Localbahn A.-G. München 13. Localbahn Murnau-Oberammergau. Zeunert, Gifhorn, S. 72 finden.

 

Nach dem Konkurs des Betreibers erwarb die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft im November 1903 die Bahnstrecke und das Kraftwerk, so steht auf der Bronzetafel vor dem Kraftwerk zulesen, das sie in der Zeit von März bis November 1904 mit 280 kW 350 kVA Bahnstromgeneratoren für die Erzeugung von Einphasenwechselstrom mit 5500 Volt und 16 Hz umrüsten liss
und erhielt die Betriebskonzession am 31. Dezember 1903.
Am 1. Januar 1905 wurde der elektrische Planbetrieb mit den Triebwagen LAG Nr. 674 bis 677 aufgenommen. Gespeist wurde der Betrieb aus dem 1899 gebauten und 1904–1905 umgebauten Wasserkraftwerk Kammerl.
Damit war die Ammergaubahn die erste mit Einphasen-Wechselstrom niedriger Frequenz betriebene Eisenbahn Deutschlands.

Am 2. Juni 1921 kollidierten zwischen Bad Kohlgrub und Grafenaschau ein Güterzug in Richtung Murnau und ein Personenzug in die Gegenrichtung frontal. Das Unglück führte zu drei Schwerverletzten und ca. 8 Leichtverletzten. Außerdem entstand ein größerer Sachschaden an betroffenen Loks der Baureihe E69 und an den Waggons.

Mit Wirkung zum 1. August 1938 ging die LAG auf die Deutsche Reichsbahn über. Während die Reichsbahn schon längst mit 15 000 Volt 16 2/3 Hz fuhr, wurde der Inselbetrieb der vom Kraftwerk Kammerl mit 5500 Volt 16 Hz versorgten Ammergaubahn bis zu den Umbauten in den Jahren 1951 bis 1953 beibehalten, als die Bahn und das Kraftwerk auf den allgemein verwendeten Bahnstrom umgestellt und im Kraftwerk für jeden der drei Generatoren ein Einphasentransformator sowie eine Schaltanlage installiert wurden.

 

Peter Richter

geboren am 15.11.1958 in Oschatz

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